Statistisch verdienen Frauen 22% weniger als Männer. Für dieselbe Arbeit bei gleichen Qualifikationen...

 

Der Gender Pay Gap

Es fällt gar mir nicht so einfach, mir über ein Problem bewusst zu werden, mit ich direkt nichts zu tun habe. Ich als Mann hielt die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben stets für ein Phänomen, welches in meinem Leben keine Rolle spielt. Ich benachteilige keine Frauen ... also brauche ich mir auch keine Gedanken darüber zu machen. Oder doch?

Es ist Zeit mir einzugestehen: Ich lebe in einem Land, in dem Frauen bei gleichen Fähigkeiten für die dieselbe Arbeit im Schnitt 22% weniger Gehalt bekommen. Das ist fast ein Viertel! Diese Lücke ist statistisch sehr genau erfasst und hat den Namen Gender Pay Gap erhalten. Übersetzt heißt das so viel wie geschlechterbezogene Gehaltslücke. Also: Da ist eine Lücke, das ist Fakt! Und wer übernimmt nun die Verantwortung, das zu ändern? Bis vor kurzem habe ich den Feminismus eher belächelt, nun fange ich an, die wahren Ausmaße zu erahnen.

 

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Der Gender Pay Fix

 Wenn es eine unerwünschte Lücke gibt, dann liegt die beste Lösung darin, sie zu schließen. Genau darüber wird seit ewigen Zeiten diskutiert, ich kann all das kluge Gerede über Frauenquoten und gerechter Bezahlung nicht mehr hören. Wäre ich Firmenboss, dann würde ich die Bezahlung verändern. Doch die Zahl meiner Angestellten hat sich bisher nicht einmal im zweistelligen Bereich bewegt, bei der Bezahlung tauge ich weder für Statistiken noch für den Impuls einer Veränderung der Gesellschaft. Doch wie sieht es am anderen Ende aus?

Das Ziel ist doch, die Frauen wirtschaftlich (also finanziell) mit den Männern gleichzustellen. Wie wäre es denn, wenn ich dieses Pferd von hinten aufzäume und den Gender Pay Fix einführe: Frauen bezahlen für Seminare pauschal 22% wenigter. Technisch ist das ganz einfach umzusetzen: Bei jeder Seminaranmeldung werden automatisch 22% vom Preis abgezogen, wenn der Teilnehmer "weiblich" ankreuzt. Der Aufwand ist minimal.

Pro und Contra

Einige mir wichtige und auch einige mir völlig unbekannte Menschen habe ich um Feedback gebeten. Und dieses war sehr durchwachsen. Einig waren sich alle nur in einem Punkt: Eine sehr interessante Idee. Und doch waren es gerade (vereinzelt) Frauen, von denen ich negatives Feedback bekommen habe, da meine Idee die Gleichberechtigung weiter unterläuft und es doch nicht das Ziel sein kann, nun die Männer zu benachteiligen.

Daher möchte ich noch einmal klarstellen: Es ist keinesfalls mein Ziel, die Männer zu benachteiligen oder die Frauen zu bevorteilen. Mein Ziel ist es, einen existierenden und auch genau erfassten Nachteil der Frauen auszugleichen und damit  faire Ausgangsbedingungen herzustellen. Separat betrachtet wirken meine Preise dann zwar unausgeglichen, ganzheitlich betrachtet ist es der Versuch, soweit es mir möglich ist eine Ausgeglichenheit herzustellen.

Wann kann´s losgehen?

Urspünglich wollte ich zum 1. Juli damit anfangen. Tatsächlich haben mich die Kontra-Argumente verunsichert: Ist das wirklich eine so gute Idee? Ich möchte gerne genauer wissen, was Ihr davon haltet und ich möchte sicherstellen, daß dieses Konzept auch richtig verstanden wird: Nicht als Ungleichbehandlung, sondern als Ausgleich der schon existierenden Ungleichbehandlung. Daher bitte ich um Feedback.

Sollte das Feedback positiv sein werde ich diese Umstellung noch im Juli vornehmen. Sollte es auf der Kippe stehen ist wohl, auch gesellschaftlich, eine Diskussion notwendig. Und die ist dann auch für mich notwendig, um zu überprüfen, was für mich der Beste Weg ist, bei dem ich auch 100%ig dahinterstehen kann. Und sollte es abgelehnt werden ... okay, dann sehe ich ein, daß die Idee wohl Quatsch war.

Auf alle Fälle bin ich Dir sehr dankbar dafür, wenn Du diese Idee Kommentierst und/oder auch entsprechend verbreitest. Klicke oben auf den Teilen-Button und ich freue mich über jeden, der seine Meinung hier mit "reinwirft" und mir damit eine Möglichkeit gibt, meine eigene Idee weiter zu überprüfen und damit natürlich auch die Weichen für die nächsten Jahre zu legen ...

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Update 9. Juli 2015
Entgegen meinen Erwartungen wurde die Idee des Gender Pay Fix teilweise sehr kritisch aufgenommen und es gab nur wenig Zuspruch. Insbesondere hat mir der Zuspruch von Betroffenen Frauen gefehlt ... nur wenige Frauen sehen für Sich diesen von mir angesprochenen Nachteil. Aus dem Grund habe ich mich entschieden, sie vorerst nicht einzuführen. Gerne bin ich bereit, das neu zu überdenken, falls die Idee in Zukunft auf mehr Zuspruch stößt.

People in this conversation

  • Ich finde den Link: Dein Text zum Link da ganz aussagekräftig, was die Existenz dieser "pay gap" angeht...
    https://erzaehlmirnix.files.wordpress.com/2016/03/paygap.png
    Bezahlt wird in Deutschland nach Tarif, oder bei einer außertariflichen Einigung nach Verhandlung.
    Mit NLP-Seminaren wird schon deutlich zum Abbau der Lücken beigetragen,
    da Männer sich bewusst werden können, dass eine Berufliche Laufbahn, die zwar finanziell lukrativ ist, aber unerfüllend, nicht lohnenswert ist,
    und z.B. Zeit mit der Familie für sie weitaus wertvoller ist, als ein paar Euro mehr im Monat,
    es kann ihnen die Möglichkeit geben, sich Selbstbewusstsein für sich einzusetzen, und mit alten Glaubenssystemen aufzuräumen.
    Ebenso können Frauen sich für den Erfolg im Beruf fortbilden, und sowohl das Selbstbewusstsein als auch die Rhetorik erlangen, um in Gehaltsverhandlungen nicht mehr zurückzustecken.
    Das geschieht nicht, indem solche Glaubenssätze gefestigt werden, dass Frauen in unserer Gesellschaft benachteiligt seien.

    Short URL:
  • Guest - Peterlustig

    Der Genderpaygap wurde doch jetzt schon mehrfachst widerlegt und existiert nur Aufgrund eines mangelnden Statistikverständnisses einiger Personen. 22% für Personen auf der gleichen Stelle ist Quatsch, dann würden nurnoch Frauen eingestellt weil sie billiger die gleiche Arbeit machen. Aber 22% über alle Berufe/Zeiten kann sein weil Frauen öfters Berufe wählen die nicht gut bezahlen, öfters halbtags arbeiten, seltener Karriere machen (auch aus freien Stücken um mehr Zeit für die Familie zu haben), usw.

    22% Rabatt für Frauen ist Diskriminierung

    Short URL:
  • Vlt wäre es eine Idee, ausgleichend zu handeln und es nicht an einer Rabattstaffel fest zu machen? Was ich meine ist, zu signalisieren, dass jeder mit Dir verhandeln darf. Im Flugzeug von A nach B sitzen nicht zwei Passagiere, die den gleichen Ticketpreis bezahlt haben...
    Und ich meine nicht "Basar"! Frühbucher vlt. Die 1%-Regel wie gesagt finde ich auch attraktiv.
    UND, genau so habe ich Dich (ohne dass wir uns bisher begegnet sind) wahrgenommen. Also fair, wohlwollend und zuvorkommend...
    ergo, Du brauchst gar nichts ändern ;-)
    Die Krux scheint mir, wie Du es auch schreibst, im "Auftreten" zu liegen.
    Ich stelle mir folgende Situation vor: "Nadine, weil Du so sorgfältig überlegst, ob und wann Du eine Ausbidung machst, möchte ich Dir einen Rabatt geben." Ich glaube es ist meistens heikel, eine Personengruppe durch irgendwas "anders" erscheinen zu lassen.
    Nadine und Klaus könnten sich nicht, sagen wir mal "aufregen", weil nicht klar ist ob sie als Mutter, Tochter, Frau, Geliebte, Lehrerin, Ärztin, oder sonstwas den Rabatt bekommen hat. Sie bekam ihn als Mensch...unter vier Augen.

    Liebe Grüße, Marcus

    P.S. Schöne Diskussion! schöne Beiträge!

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  • Fazit für mich: spätestens im Oktober endlich ein Semi buchen. Zum NORMALPREIS :D Meinen "Geschlechterrabatt" geb ich dann gerne an eine andere Lady ab :)


    Warum nicht an einen Mann?
    :p

    Ganz im Ernst:
    Ich hielt meine Idee für gut. Doch ich muß wohl auch lernen, daß ich nicht als "ungewollter Heilsbringer" auftreten sollte. Die Diskussion hier zeigt sehr klar, daß die Masse nicht viel davon hält, daher werde ich wohl, falls nicht noch nennenswerte andere Meinungen dazu auftauchen, diese Aktion gar nicht erst starten.

    Ob sie Sinn gemacht hätte oder nicht bleibt dann natürlich offen. Es geht mir nicht um die Frage "Wer hat Recht?" sondern es geht mir darum, daß es an sich völlig egal ist, wer Recht hat ... unabhängig davon scheint ja eben mein Vorschlag nicht gut anzukommen ...

    Alles Liebe, Ju lian!

    Short URL:
  • "Weil es nicht mein Ziel ist, daß ein fauler Gelegenheitsjobber nur noch einen Bruchteil von dem bezahlt, was ein Selfmade-Millionär bezahlen muß. Mir geht es bei dieser Aktion nicht darum, individuelle Gleichheit zu schaffen, sondern einen in der Gesellschaft pauschalierten Nachteil auszugleichen.

    Diesen Nachteil sehe ich tatsächlich gesellschaftlich verankert und nicht im Verantwortungsbereich der Frauen, sondern im Verantwortungsbereich der ganzen Gesellschaft. Es gibt viele Punkte, an denen Frauen in unserer Gesellschaft völlig selbstverständlich benachteiligt wird, ohne daß es wirklich wahrgenommen wird.

    Alles Liebe, Julian!"

    Okay, Julian, es ist DEIN Baby hier, ich lernte: Tu, was du willst, von demher, ich bin mir sicher, du wirst das schaukeln :)

    Und eines fällt mir hier auch extrem auf, mal wieder :p, in einer Gesprächsrunde wären nicht halb so viele Missverständnisse entstanden wie es im geschriebenen der Fall ist :D Da hätten wir alle prima debattiert und jeder hätte den anderen, bzw. seine Argumentation schneller und besser verstanden
    Fazit für mich: spätestens im Oktober endlich ein Semi buchen. Zum NORMALPREIS :D Meinen "Geschlechterrabatt" geb ich dann gerne an eine andere Lady ab :)

    Short URL:
  • Warum nicht wirklich ein Rabattsystem einführen für die Geringverdiener, EGAl ob männlich oder weiblich.


    Weil es nicht mein Ziel ist, daß ein fauler Gelegenheitsjobber nur noch einen Bruchteil von dem bezahlt, was ein Selfmade-Millionär bezahlen muß. Mir geht es bei dieser Aktion nicht darum, individuelle Gleichheit zu schaffen, sondern einen in der Gesellschaft pauschalierten Nachteil auszugleichen.

    Diesen Nachteil sehe ich tatsächlich gesellschaftlich verankert und nicht im Verantwortungsbereich der Frauen, sondern im Verantwortungsbereich der ganzen Gesellschaft. Es gibt viele Punkte, an denen Frauen in unserer Gesellschaft völlig selbstverständlich benachteiligt wird, ohne daß es wirklich wahrgenommen wird.

    Alles Liebe, Julian!

    Short URL:
  • @Bianca: den prozentsatz lass doch erstmal weg ... der ist nicht wichtig. Wichtig ist, diese Diskussion. Wir denken darüber nach und morgen reden wir mit Freunden drüber, übermorgen erscheint ein Zeitungsartikel ... usw. ... Dinge beginnen klein.

    Also ich bin jetzt kein besonders geschickter Redner, aber solch eine Aktion kann einen Schneeball schon ins rollen bringen ... Und niemandem tuts weh ... und dafür zolle ich Julian auch meinen Respekt ... das ist schon alles.

    Short URL:
  • Liebe Bianca,

    es gibt und gab immer beide Seiten: Das Innen und das Außen.
    Ich erlebe viele Menschen, die versuchen, die Welt zu retten, während sie selbst untergehen. Das ist nicht nur eine selbstgewählte Opferrolle, das ist Märtyrertum. Wenn ich sage "Hilf Dir erstmal selbst", dann will ich damit nicht ausdrücken "Und ignoriere für alle Zukunft die Außenwelt".

    In meiner Situation kann ich nun wahrlich nicht behaupten, daß meine "Probleme" so dramatisch wären, daß ich es mir nicht leisten kann, mich auch um "andere" zu kümmern. Und das tue ich nicht, weil ich "den anderen helfen will". Der Drang in mir, die Motivation ist eine ganz andere: Ich will in einer Welt leben, in der ich mich wohl fühle! Und daran arbeite ich.

    Das ist der Grund, warum ich drei Patenhunde auf den Philippinen habe. Das ist der Grund, warum ich sehr intensiv mit manchen TEilnehmern arbeite, obwohl sie sich das nicht leisten können. Das ist an vielen Stellen der Grund für mein Handeln.

    Hilft Dir erstmal selbst ... ja, definitiv. Dabei bleibe ich auch. Und eben auch bei dem Wort "erstmal". Ich will niemanden davon abbringen, aus der Welt einen schöneren Platz zu machen. Was ich will ist erstmal eine Basis zu schaffen für den Menschen, daß er die Ressourcen hat und die Fähigkeit, frei zu entscheiden, ob er das will.

    Ich habe mich entschieden, daß ich das will. Daher tue ich das.
    Würde ich das nicht tun ... ich käme mir schäbig vor.

    Alles Liebe, Julian!"


    Julian, nichts gegen deine Motive, die stehen doch für niemanden in Frage, aber wie auch schon geschrieben, was ist mit den Männern, die auch wenig verdienen? Wäre das nicht ungerecht dann? Warum nicht wirklich ein Rabattsystem einführen für die Geringverdiener, EGAl ob männlich oder weiblich.
    Und glaube nicht, dass ich nun egoistisch wurde..ganz im Gegenteil! Nur gefällt mir die Trennung einfach nicht, wieder eine Trennung: Frau vs. Mann, Besserverdiener vs. Geringverdiener. Ich würde es viel besser finden, wenn die, die es sich nur schwer leisten können, Rabatte erhalten würden und schon wiederhol ich mich :D


    Admin-Anmerkung:
    Bianca, wenn Du einfach einen Text markierst und im Textfeld auf die Anführungsstriche klickst, dann wird er als Zitat formatiert. ;)

    Short URL:
  • Kurz Intern für Euch zur Info:

    Wenn an manchen Stellen "Kommentar bearbeitet" auftaucht, dann habe ich da nur die Zitat-formatierung korrigiert. Inhaltlich habe ich nichts geändert.

    Die "Antwort-Funktion" ist in der Tat eingeschränkt. Das Problem ist hierbei, daß jede Antwort einen größeren Einzug hat und ab fünf oder sechs Kommentaren der Text kaum noch zu lesen ist, weil die Spalte zu schmal ist.
    Ich experimenteire momentan noch mit den Einstellungen rum, um herauszufinden, wie es am besten passt. Noch bin ich mir unschlüssig ...

    Alles LIebe, J ulian!

    Short URL:
  • Ganz ehrlich, ich verstehe es auch nicht. Denn man kann, beim besten Willen, nicht allen helfen und alle Ungerechtigkeiten ausgleichen. Ich lernte, und das war SCHWER für mich: Ach ich glaube, ich lernte es von Julian :D "; Hilf dir doch bitte erst mal SELBST"... :) Und nu sitz ich hier, arbeite fleissig an mir, um so der Welt eine prima Schwingung zu übermitteln und was kommt: "Wir sollen nu allen helfen...die Ungerechtigkeiten sind zu groß". Hm, ganz ehrlich, ich bin sogar etwas enttäuscht.


    Liebe Bianca,

    es gibt und gab immer beide Seiten: Das Innen und das Außen.
    Ich erlebe viele Menschen, die versuchen, die Welt zu retten, während sie selbst untergehen. Das ist nicht nur eine selbstgewählte Opferrolle, das ist Märtyrertum. Wenn ich sage "Hilf Dir erstmal selbst", dann will ich damit nicht ausdrücken "Und ignoriere für alle Zukunft die Außenwelt".

    In meiner Situation kann ich nun wahrlich nicht behaupten, daß meine "Probleme" so dramatisch wären, daß ich es mir nicht leisten kann, mich auch um "andere" zu kümmern. Und das tue ich nicht, weil ich "den anderen helfen will". Der Drang in mir, die Motivation ist eine ganz andere: Ich will in einer Welt leben, in der ich mich wohl fühle! Und daran arbeite ich.

    Das ist der Grund, warum ich drei Patenhunde auf den Philippinen habe. Das ist der Grund, warum ich sehr intensiv mit manchen TEilnehmern arbeite, obwohl sie sich das nicht leisten können. Das ist an vielen Stellen der Grund für mein Handeln.

    Hilft Dir erstmal selbst ... ja, definitiv. Dabei bleibe ich auch. Und eben auch bei dem Wort "erstmal". Ich will niemanden davon abbringen, aus der Welt einen schöneren Platz zu machen. Was ich will ist erstmal eine Basis zu schaffen für den Menschen, daß er die Ressourcen hat und die Fähigkeit, frei zu entscheiden, ob er das will.

    Ich habe mich entschieden, daß ich das will. Daher tue ich das.
    Würde ich das nicht tun ... ich käme mir schäbig vor.

    Alles Liebe, Julian!

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